Hausding: Vier Starts, vier Mal Edelmetall

Auch am sechsten und letzten Tag der Europameisterschaften im Wasserspringen in Rostock gewannen die DSV-Athleten wieder Edelmetall. Der Berliner Patrick Hausding musste sich vom Turm mit 514,65 Punkten lediglich dem Ukrainer Oleksandr Bondar (521,45) geschlagen geben. Dominik Stein (Leipzig) belegte bei seinem EM-Debüt Rang zwölf (342,15). „Ich bin hier vier Mal an den Start gegangen und habe vier Mal Edelmetall gewonnen. Vom Turm bin ich eigentlich der Reservist im deutschen Team, aber Martin Wolfram und Sascha Klein sind ja noch nicht fit“, erklärte Hausding. „Es war ein super Wettkampf, eine tolle EM und eine tolle Atmosphäre.“  

Winzige 1,17 Punkte fehlten Tina Punzel (Dresden) und Kieu Duong (Berlin) zu Bronze im Synchronspringen vom Drei-Meter-Brett. „Natürlich wäre eine Medaille schön gewesen. Aber wir haben das Optimum rausgeholt“, so Punzel. Gold ging an die Italiener Tania Cagnotto/Francesca Dellape.  

Im Medaillenspiegel belegt das deutsche Team mit zwei Gold-, vier Silber- und vier Bronzemedaillen Rang drei hinter der Ukraine (4/1/2) und Russland (3(4/4). Lediglich ein Mal seit Einführung von Europameisterschaften im Wasserspringen gewannen deutsche Wasserspringer mehr Medaillen bei kontinentalen Titelkämpfen: 1997 in Sevilla (12 Medaillen). Bei der letzten Heim-EM 2002 in Berlin waren es ebenfalls zehn Medaillen.

Doppel-Gold für deutsche Wasserspringer

Doppel-Gold für deutsche Wasserspringen   Der fünfte Tag der Arena Europameisterschaften im Wasserspringen in Rostock stand ganz im Zeichen der deutschen Athleten. Vor 500 Zuschauern gewann die Dresdnerin Tina Punzel die erste Entscheidung des Tages vom Drei-Meter-Brett mit 336.70 Punkten völlig überraschend vor der Europameisterin von 2009, Tania Cagnotto (Italien/331.85). Vor dem letzten Sprung trennten beide Springerinnen lediglich 0.35 Punkte. Nach einem guten letzten Sprung von Punzel unterlief der elfmaligen Europameisterin Cagnotto im letzten Sprung ein Fehler. „Das war eine Riesen-Überraschung. Es waren meine ersten Europameisterschaften bei den Erwachsenen überhaupt. Damit hatte ich wirklich nicht gerechnet. Ich hatte sehr viel Spaß im Finale, aber vor dem letzten Sprung habe ich schon ein wenig gezittert“, so Punzel. Es war das erste deutsche EM-Gold seit 20 Jahren vom Drei-Meter-Brett bei den Frauen. 1993 gewann Brita Baldus in Sheffield Gold.  

Einen historischen Erfolg feierten Patrick Hausding und Sascha Klein mit ihrem sechsten EM-Gold in Folge im Synchronspringen vom Turm (463.20 Punkte). Nie zuvor in der Geschichte von Europameisterschaften im Wasserspringen haben Athleten in einer Disziplin sechs Mal in Folge gewinnen können. „Das ist schon klasse. Die Stimmung hier in der Halle motiviert natürlich enorm“, erklärte Klein, der sein insgesamt neuntes EM-Gold gewann. „Wir haben heute Nervenstärke bewiesen. Den vierten Sprung können wir aber noch besser machen. Da können wir in Barcelona noch einen drauflegen.“ Silber ging an Victor Minibaev und Artem Chesakov aus Russland (458.76) vor den Ukrainern Oleksandr Gorshkovozov und Dmytro Mezhenskyi (436.86).  

Hausding/Feck gewinnen zum vierten Mal in Folge Silber

Patrick Hausding und Stephan Feck haben bei den Europameisterschaften in Rostock zum vierten Mal in Folge Gold im Synchronspringen vom Drei-Meter-Brett gewonnen. Das Berlin/Leipziger Duo musste sich mit 431,58 Punkten lediglich den überragenden Russen Evgeny Kuznetsov/Ilia Zakharov (460,44) geschlagen geben. „Wir hatten die letzten Jahre schon Silber gewonnen. Da wollten wir auf jeden Fall wieder hin. Die Russen waren heute einfach zu stark“, so Hausding.  

Nach einem weniger zufrieden stellenden Vorkampf steigerte sich die Dresdnerin Tina Punzel im Finale vom Ein-Meter-Brett deutlich und belegte am Ende Rang sieben. „Das hat jetzt echt Spaß gemacht. Ich habe mal was riskiert, und das muss man auch, um mit der Konkurrenz mithalten zu können.“  

v.l. Feck, Hausding

Synchronpaar Hausding/Feck im Vorkampf auf Platz zwei

Die Wasserspringer Patrick Hausding (Berlin) und Stephan Feck (Leipzig) haben bei der Heim-EM in Rostock ihre Medaillenambitionen unterstrichen. Das Duo belegte im Vorkampf des Synchronwettbewerbs vom 3-m-Brett trotz einer nicht fehlerfreien Leistung den zweiten Platz (410,43 Punkte). Im Finale am Freitagnachmittag dürften die russischen Titelverteidiger Jewgeni Kusnezow/Ilja Sacharow (411,66) die größten Konkurrenten für das DSV-Paar sein. Hausding/Feck haben bei den drei vorangegangenen Europameisterschaften jeweils Silber gewonnen.

Europameisterschaft in Zahlen - 3. Tag, Frauen, Synchron, Turm:

Rostock, 20. Juni (SID)
3. Tag, Frauen, Synchron, Turm:

1. Julia Koltunowa/Natalia Gonscharowa (Russland) 315,66 Punkte
2. Tonia Couch/Sarah Barrow (Großbritannien) 306,24 Punkte
3. Maria Kurjo/Julia Stolle (Berlin) 299,16 Punkte
4. Wiktorija Potechina/Julija Prokoptschuk (Ukraine) 294,42 Punkte
5. Villo Kormos/Zsófia Reisinger (Ungarn) 266,64 Punkte

SID xhm

Bronze für Kurjo/Stolle und Hausding

Gegen die bärenstarken Russen hatte ein formschwacher Wasserspringer Patrick Hausding keine Chance. Als Mitfavorit an den Start gegangen, musste sich der siebenmalige Europameister bei der Heim-EM in Rostock im Finale vom Drei-Meter-Brett nach einigen ungewohnten Unsicherheiten mit 428,70 Punkten und Bronze begnügen. Den EM-Titel sicherte sich der überragende Olympiasieger Ilja Zacharow (502,90 Punkte) vor seinem Landsmann Jewgeni Kusnezow (471,55).

Die zweite Bronzemedaille des Tages war aus deutscher Sicht dagegen höchst erfreulich. Das neuformierte Berliner Duo Maria Kurjo und Julia Stolle musste sich im Turm-Synchronspringen mit 299,16 Punkten lediglich den Russinnen Julia Koltunowa und Natalia Gonscharowa (315,66) und Tonia Couch/Sarah Barrow (306,24) aus Großbritannien geschlagengeben. Für Kurjo war es nach Bronze im Einzel bereits die zweite Medaille bei den diesjährigen Titelkämpfen in der Neptun-Schwimmhalle.

Hausding war dagegen bedient. "Ich bin weniger über die Platzierung als über meine Leistung enttäuscht. Ich hatte ganz schlechte Anläufe. Das waren Anläufe, bei denen man im Training überlegt, ob man überhaupt abspringt", sagte Hausding, der am Ende weniger als einen Punkt Vorsprung auf den undankbaren vierten Platz hatte. "Ich bin nochmal mit einem bronzenen Auge  davongekommen", scherzte der Berliner: "Nach dem letzten Sprung habe ich unter Wasser noch gedacht: Hoffentlich hast du das jetzt nicht auch noch versaut. Aber die Punktrichter waren gnädig." Allerdings hatte er sich viel mehr vorgenommen. Von seiner herausragenden Form von der DM vor zwei Wochen in Dresden, wo er eine neue persönliche Bestleistung (525,70) erzielt hatte, war der 24-Jährige weit entfernt. Auch Sascha Klein blieb hinter seinen Möglichkeiten zurück. Der Dresdner verspielte seine Medaillenchance mit einem verpatzten zweieinhalbfachen Rückwärtssalto und landete auf dem sechsten Platz (419,50). "Ich bin enttäuscht, weil ich den Sprung viel besser kann", sagte Klein. Bundestrainer Lutz Buschkow ging mit seinen Springern milde ins Gericht. "Beide haben im Vorkampf bewiesen, dass sie zur europäischen Spitzenklasse zählen", sagte Buschkow und meinte mit Blick auf das Duell Hausding gegen Zacharow: "Hier hat der Olympiasieger gewonnen. Aber die Revanche gibt es beider WM." Die Weltmeisterschaften finden in einem Monat in Barcelona statt. Hausding tritt in Rostock noch in drei weiteren Wettbewerben mit Medaillenchancen an. Im Turm-Synchronspringen am Samstag gehen er und Partner Klein als Favoriten ins Rennen.

Bei einem weiteren Erfolg würden die Vizeweltmeister ihre Rekordserie auf sechs Goldmedaillen in Serie ausbauen. Das hat es in der Geschichte von Europameisterschaften noch nicht gegeben.

Für den Deutschen Schwimm-Verband (DSV) sind die Titelkämpfe bislang sehr erfolgreich verlaufen. Nach drei von insgesamt sechs Wettkampftagen sprangen die DSV-Athleten zu sechs Medaillen (zwei Silber, vier Bronze). "Das ist natürlich sehr erfreulich. So etwas steigert die Stimmung und Motivation im Team", sagte Buschkow.

v.l. Stolle, Kurjo
v.l. Kutznetsov, Zakharov, Hausding

Medaillensegen für das Deutsche Team am zweiten Wettkampftag (Kopie 1)

Die deutschen Wasserspringer sammeln bei der Heim-EM in Rostock fleißig Medaillen. Einen Tag nach dem silbernen Auftakt im Teamwettbewerb fuhr die DSV-Mannschaft einen weiteren zweiten und zwei dritte Plätze ein. Im Finale vom Ein-Meter-Brett sicherte sich der 21-jährige Martin Wolfram (414,75 Punkte) überraschend Silber hauchdünn vor seinem Teamkollegen Oliver Homuth (414,45).

Vom Turm erreichte Maria Kurjo als Dritte (323,00) den anvisierten Bronze-Hattrick. Die 23-Jährige aus Berlin war schon bei den beiden vorangegangenen Europameisterschaften in Turin und Eindhoven jeweils auf dem dritten Platz gelandet. EM-Gold ging an die ukrainische Titelverteidigerin Julia Prokoptschuk (373,30). "Ich bin einfach nur begeistert und baff. Das ist unbeschreiblich, damit habe ich nicht gerechnet", sagte der Dresdner Wolfram. Seine Leistung war auch deshalb so beachtlich, weil er eigentlich ein Turm-Spezialist ist. Als er sich aber im Olympiafinale vor zehn Monaten die Schulter ausgekugelt und dennoch das zweitbeste Punkteergebnis seiner Laufbahn eingefahren hatte, musste Wolfram für diese Saison auf die Brett-Disziplinen umsteigen. "Bei mir hatte sich eine Lust am Springen aufgestaut, und die musste jetzt raus", sagte der dreimalige deutsche Meister. Geholfen hat auch ein Musikwechsel auf dem I-Pod vor dem Start. Nach dem durchwachsenen Vorkampf hatte Wolfram angekündigt: "Die Musik war zu entspannend, da muss mehr Wumms kommen. Für das Finale werde ich härtere Party-Musik auflegen."

Bis zum sechsten und letzten Durchgang hatte Wolfram aber immer hinter dem Berliner Homuth zurückgelegen. Nach einem verpatzten dreieinhalbfachen Vorwärtssalto fiel Homuth aber noch auf den dritten Rang zurück. Darüber ärgern wollte er sich aber hinterher nicht: "Ich bin extrem glücklich. Beim letzten Sprung war ich sehr nervös, denn ich wusste, was auf dem Spiel stand."

Im Kampf um Gold war das DSV-Duo jedoch chancenlos gegen den überragenden Ukrainer Ilja Kwascha (467,75), der seinen fünften EM-Titel in der nicht-olympischen Disziplin seit 2008 feierte. Bundestrainer Lutz Buschkow freute sich über die realistisch gesehen optimale Ausbeute: "Dass sich die jungen Burschen im Vergleich zum Vorkampf so steigern, hat mich riesig gefreut."

Auch Turmspringerin Kurjo strahlte nach ihrem geglückten Bronze-Hattrick. "Ich freue mich über die Medaille und bin stolz auf mich", sagte sie. Bundestrainer Lutz Buschkow lobte die "stabile Leistung" der siebenmaligen deutschen Meisterin in ihren fünf Sprüngen.

EM-Gastgeber Deutschland hat damit nach drei Wettbewerben bereits vier Medaillen auf dem Konto. Zum Auftakt der Titelkämpfe am Dienstag waren Sascha Klein und Tina Punzel aus Dresden im nicht-olympischen Team-Wettbewerb zu Silber gesprungen.

Text: Jörg Soldwisch

v.l. Wolfram, Kvasha, Homuth
v.l. Koltunova, Prokopchuk, Kurjo

Guter Auftakt für das Deutsche Team

Tina Punzel und Sascha Klein (beide Dresdner SC) werden im Team-Wettkampf vom 3m und Turm Vizeeuropameister.

» www.emrostock2013.com

Vizeeuropameister Sascha Klein und Tina Punzel
Photo G. Scala/Inside/deepbluemedia.eu

Europameisterschaft in Rostock - 2013 Deutsche Mannschaft Wasserspringen

Hintere Reihe von links: Dr.Sabine Krüger, Walter Alt, Boris Rozenberg, Jan Kretzschmar, Uwe Fischer

Mittlere Reihe von links: Lutz Buschkow, Tina Punzel, Kieu Duong, Maria Kurjo, Friederike Freyer, Julia Stolle, Martin Wolfram

Vordere Reihe: von links: Patrick Hausding, Sascha Klein, Dominik Stein, Oiver Homuth, Jens Bartels, Stephan Feck

Die Neptun Sprunghalle in Rostock ist für die EM präpariert

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